Liebe Kunden, Mitglieder, Projektpartner, Förderer und Freunde,

die aktuelle Covid 19-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen und verlangt unser aller verantwortungsbewusstes Handeln. Auch wir am FIW München nehmen den Schutz der Gesundheit unserer Beschäftigten und der Gesellschaft im Allgemeinen sehr ernst. Auch wir haben unsere kommenden Veranstaltungen, bspw. den FIW-Forschungstag und die Mitgliederversammlung, schweren Herzens abgesagt. Auch wir stehen vor der Herausforderung, unsere laufenden Prüf-, Überwachungs-, Zertifizierungs- und Forschungsaufträge weiter zu bearbeiten. Neue Situationen erfordern neue Wege. Wir haben uns so gut es geht auf die jetzige Situation eingestellt und begegnen ihr mit großer Flexibilität, innovativen Ideen und verantwortungsbewusstem Tatendrang. Wir verstehen die neuen Rahmenbedingungen auch als Chance, großflächig Erfahrungen mit anderen Arbeitsformen zu sammeln. Bis jetzt werden Ihre Projekte weiterhin bearbeitet, unsere Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten in den Labors gehen weiter, ihre Ansprechpartner sind weiterhin für Sie da.

Die Bekämpfung der Corona-Pandemie und die gleichzeitige Beseitigung der direkten Schäden stehen derzeit im Vordergrund. Mittel- und langfristig dürfen wir jedoch unsere großen und ebenfalls globalen Herausforderungen nicht aus den Augen verlieren. Auch beim Klimaschutz können wir nicht auf Zeit spielen und beispielsweise das Ziel der Bundesregierung für 2050 nicht aus den Augen verlieren. Doch leider zeigt die Corona-Pandemie überdeutlich, dass Wissen über die Zukunft allein noch nicht zu schnellen und zielgerichteten Handlungen führt. Die chinesische Provinz Hubei zeigte Europa bereits die Zukunft, als das Thema hierzulande milde als lokales asiatisches Problem behandelt wurde. Die USA erhalten mit der Situation in Norditalien eine Blaupause dessen, was sie bei einem überforderten Gesundheitssystem erwarten kann. Trotzdem wurde auch dort das Problem lange verdrängt. Erst kurz vor Schluss herrscht Hektik: Hamsterkäufe, Notunterkünfte und harte Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Greta Thunberg formulierte 2019 in Davos mit Blick auf den Klimaschutz "I want you to panic!". Muss es tatsächlich auch beim Klimaschutz erst soweit kommen?

Die deutsche Bevölkerung beweist gerade, dass sie bereit ist, erhebliche Zumutungen hinzunehmen, wenn die Notwendigkeit gut begründet wird und die Politik mit klarer Sprache, einfachen Regeln und entschiedenem Willen agiert. Wir wünschen uns, dass wir nach der aktuellen Krisenbewältigung ausreichend Weitblick und Kraft haben, den nächsten, bereits in Umrissen bekannten Krisen vorzubeugen und kurz-, mittel- und langfristig die richtigen, nachhaltigen Pfade einschlagen. Die Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel am 18.03.20 in ihrer Fernsehansprache zur Bekämpfung der Corona-Pandemie trifft auch auf den Klimaschutz zu: "Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst".

Nun bleibt uns nur noch, Ihren Familien und Ihnen ein frohes, friedvolles und fröhliches Osterfest zu wünschen. Auch wenn dieses Ostern sich für uns alle anders anfühlt und de facto ist, bleibt es das bedeutendste Fest im Jahr an Hoffnung, Freude und Zuversicht. Teilen wir sie und bleiben Sie gesund!

Ihr
FIW-Team

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressum:

Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. München
Lochhamer Schlag 4, 82166 Gräfelfing
Postfach 15 25, 82157 Gräfelfing
Tel +49 89 85800-0
Fax: +49 89 85800-40
E-Mail: info@fiw-muenchen.de
V.i.S.d.P. Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm

 
 Rückblick
 

FIW-Laborschulung

Aufgrund der Reisebeschränkungen einzelner Firmen konnten bereits Anfang März leider nicht alle Angemeldeten die speziell für die Beteiligten der Werkseigenen Produktionskontrolle (WPK) in PU-Dämmstoffwerken (Laborant, QS-Verantwortliche, Normungs-, Zertifizierungsbeauftragte) konzipierte zweitägige Schulung am FIW-München besuchen. So blieb noch mehr Zeit für die Teilnehmer, die für ihre PU-Dämmstoffe relevanten Prüfverfahren ausführlich in Kleinstgruppen kennen zu lernen, gemeinsam mit FIW-Mitarbeitern in den Laborräumen des FIW München durchzuführen und teils schon lange bestehende Fragen beantwortet zu bekommen.

Mit diesem teils aufgefrischten Wissen ausgestattet sorgen die Teilnehmer in ihren Herstellwerken mit der von Ihnen durchgeführten werkseigenen Produktionskontrolle (WPK) dafür, dass Wärmedämmstoffe in hoher und gleichbleibender Qualität produziert werden.

Ein kurzer Einblick in die Zertifizierung von PU-Dämmstoffen und Hinweise zu Werksinspektionen in Herstellwerken rundeten die zweitägige Veranstaltung ab.

 

Laborschulung

Laborschulung

 

 
 Neues aus der Forschung
 

FIW-Studie identifiziert höheren CO2-Ausstoß bei Anwendung der Innovationsklausel im geplanten GEG

Es bestand die Annahme, dass die Freiheiten der Innovationsklausel im geplanten Gebäudeenergiegesetz die Standards für Sanierungen zusammenhängender Gebäude senken und einen höheren CO2-Ausstoß nach sich ziehen würden. Berechnungen des FIW München zeigen nun, dass durch die Abschwächungen im aktuellen Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes mit bis zu 20% höheren CO2-Emissionen im Quartier gerechnet werden muss. Dies widerspricht den Klimaschutzzielen der Bundesregierung immens.

Als Quartiere bezeichnet man zusammengehörende Wohn- oder Nichtwohngebäude. Allerdings ist der Begriff im Gesetzentwurf nicht genau definiert, lediglich Streubesitz ist ausgeschlossen. Somit könnte die Innovationsklausel bei fast allen Gebäude“ansammlungen“ angewendet werden.

Die Klausel in Paragraf 103 des GEG-Entwurfs von Oktober 2019 sieht vor, dass mehrere Gebäude in einem Quartier nach einer Sanierung gemeinsam die Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllen können. Wird ein Gebäude im Quartier energieeffizient modernisiert, reicht für die restlichen Gebäude ein erheblich niedrigerer Standard für die Gebäudehülle aus – mit Abschwächungen von bis zu 40 Prozent.

Das FIW München hat die Folgen dieses Entwurfs anhand von drei typischen Sanierungsfällen berechnet. Die Anwendung der Innovationsklausel würde dazu führen, dass die CO2-Emissionen durch die Quartiersbetrachtung um bis zu 20% höher sein können.
Für den CO2-Ausstoß hätte die Innovationsklausel weitreichende Folgen. Als Quartiere könnte man nämlich alle fünf Millionen Doppel- und Reihenhäuser im Land ansehen. Auch rund zwei Millionen Mehrfamilienhäuser sind in sogenannter geschlossener Bauweise errichtet. Für sie alle könnte die Innovationsklausel ein Schlupfloch bieten. „Ein klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050 – erklärtes Ziel der Bundesregierung – kann damit nicht erreicht werden. Die Innovationsklausel verdient den Namen nicht, weil sie nicht 2050-kompatibel ist“, fasst Jan Peter Hinrichs vom Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG) zusammen.
 

BuVEG

 
 Veröffentlichung
 

Leitartikel in der Zeitschrift Energy and Buildings zu Hochleistungsdämmstoffen


Aus der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Universitäten im Rahmen des IEA EBC Annex 65 „SIM“ ergab sich für das FIW München die Gelegenheit, für eine Sonderausgabe der Zeitschrift Energy and Buildings zu Super-Insulating-Materials (SIM) die Rolle eines Guest-Editors zu übernehmen.

Zusammen mit Prof. Umberto Beradi von der Ryerson University in Toronto wurden 15 wissenschaftliche Beiträge zu neuen Dämmstoffen und deren Anwendung einem kritischen Reviewprozess unterzogen und gemeinsam veröffentlicht. Der vom FIW München zusammen mit Prof. Beradi verfasste Leitartikel zur Sonderausgabe „An overview of and introduction to current researches on super insulating materials for high-performance buildings“ stellt die einzelnen Artikel vor und fasst diese zusammen. Dabei bietet er einen guten Überblick über die aktuelle Forschung zu Hochleistungsdämmstoffen (SIM, super insulating materials), kategorisiert nach Materialentwicklung, Haltbarkeit und Alterung, neue Messtechniken und -technologien, anwendungsbezogene Aspekte und wirtschaftlichen Fragestellungen. In seinen Aussagen referenziert der Artikel zudem auf die in der Sonderausgabe veröffentlichten Beiträge und zeigt mögliche künftige Forschungsfelder auf.

 

Energy and Buildings