Sehr geehrte Mitglieder und liebe Freunde des FIW,

mit dieser FIW news Sonderausgabe wollen wir auf unseren diesjährigen Wärmeschutztag zurückblicken und Sie nochmals an einigen Momenten teilhaben lassen. Gut ein Monat ist seit dem Wärmeschutztag nun vergangen. Wir meinen, der richtige Zeitpunkt, um die wichtigsten Eindrücke unserer gemeinsam erlebten Stunden in München bei Ihnen in Erinnerung zu rufen.

Unser Bemühen und Auftrag ist und bleibt es, an den dargestellten Themen intensiv weiterzuarbeiten und anlässlich des nächstjährigen Wärmeschutztages über die Ergebnisse zu informieren. Aus diesem Grund war es von Anfang an unsere Absicht, diese Veranstaltung als eine ständige Einrichtung und wichtige Informationsplattform zu etablieren.

Wir danken Ihnen allen recht herzlich für Ihr Kommen und freuen uns heute schon auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr.

Mit besten Grüßen

Ihr

Klaus-W. Körner            

     

Unterschrift Andreas Holm

Klaus-W. Körner
Vorstandsvorsitzender des FIW München


Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm
Geschäftsführender Institutsleiter FIW München

 

 

 

 

 

 

 

Impressum:

Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. München
Lochhamer Schlag 4, 82166 Gräfelfing
Postfach 15 25, 82157 Gräfelfing
Tel +49 89 85800-0
Fax: +49 89 85800-40
E-Mail: info@fiw-muenchen.de
V.i.S.d.P. Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm

 
 Rückblick
 

FIW Wärmeschutztag 2013 mit klaren Botschaften

Wärmeschutztag 2013

München – Das Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. München hat vor einigen Jahren in Kooperation mit der dena mit dem Wärmeschutztag die zentrale Veranstaltung für Vertreter des energieeffizienten Bauens geschaffen. Am 7. Juni fand der Wärmeschutztag 2013 unter dem Motto "Energieeffizienz im Visier" im Haus der Bayerischen Wirtschaft statt.

 

KoernerKlaus-W. Körner, Vorstandsvorsitzender des FIW, konnte rund 200 Teilnehmer des Wärmeschutztags 2013 bei seiner Eröffnungsrede begrüßen. „Energieeffizienz im Visier“ lautete das Motto des diesjährigen Wärmeschutztags. Der FIW Vorstandsvorsitzende unterstrich, dass das Thema Energieeffizienz einen wichtigen Bestandteil bei zentralen Herausforderungen wie z. B. des Klimawandels und der Ressourcenknappheit darstelle und eng mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit verknüpft sei. „Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet, den Ausgleich zwischen den drei Zielen Ökonomie, Ökologie und Sozialem zu finden“, so Körner. Der Gebäudebereich sei deswegen von besonderer Bedeutung, weil er nicht nur als wichtiger Baustein zur erfolgreichen Bewältigung der Energiewende gilt, sondern auch, weil er das größte kurzfristig zu aktivierende Einspar- und damit auch CO2-Vermeidungspotenzials beinhalte. Unabdingbar seien laut Körner dabei förder- und ordnungspolitische Maßnahmen, insbesondere durch steuerliche Abschreibungsnotwendigkeiten als Anstoßeffekt in Ergänzung zu den bereits bestehenden und bewährten KfW-Programmen.

In deutlichen Worten kritisierte Körner, dass Vorhaben, die für den Gebäudebereich auf der politischen Agenda standen, bisher nicht realisiert wurden wie z. B. die steuerliche Förderung. Auch mit Blick auf die Novellierung der Energieeinsparverordnung seien nur mühsame Kompromisse gefunden worden und nach wie vor fehlten Ansätze zur Umsetzung der EU-Energieeffizienz-Richtlinie.

In einem eindringlichen Postulat an die Politik beschrieb Körner das Ziel des FIW Wärmeschutztags 2013: „Wir dürfen den politischen Rahmengeber, d. h. die Bundesregierung, nicht aus der Verantwortung lassen und müssen sie immer wieder aufs Neue an ihre im Energiekonzept für den Gebäudesektor festgelegten Ziele erinnern, bis zum Jahre 2050 insgesamt mindestens 80 Prozent des primären Energieverbrauchs und bis zum Jahre 2020 mindestens 20 Prozent des Wärmebedarfs einzusparen. Wir müssen noch stärker ein Bewusstsein schaffen, dass der Erfolg der Energiewende wesentlich an der erfolgreichen energetischen Sanierung des Gebäudesektors hängt, dass ohne die enormen Einsparpotenziale bei Gebäuden sowohl im Wohn- als auch im Nichtwohngebäudebereich die Energiewende insgesamt nicht erfolgreich zu bewältigen ist“.

Gleichzeitig sei es notwendig, in den Bemühungen um eine sachgerechte Information über wirtschaftlich sinnvolle und in der Praxis erprobte Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebereich nicht nachzulassen. Das sei besonders bedeutsam vor dem Hintergrund einiger Irritationen auslösender Berichterstattungen, die bei potentiellen Investoren Unsicherheiten auslösen sollten.

kohler Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der dena, die Mitveranstalter des jährlichen Wärmeschutztags ist, lobte in seinem Vortrag die Gründung der geea, der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz, zu deren Mitgliedern auch die dena und das FIW gehören. Kohler zeigte auf, wo die größten Einsparpotenziale im Wohngebäudebestand liegen: bei der Gebäudehülle, der Anlagentechnik und den erneuerbaren Energien. Die Soll-Sanierungsquote p.a. für Deutschland sei mit 2,5 Prozent ausgegeben worden, die Ist- betrage derzeit aber lediglich zwischen 0,9 – 1,3 Prozent p.a. Der dena-Chef sprach sich für eine Gesamtförderung von fünf Milliarden Euro p.a. bis zum Jahr 2020 aus und erinnerte dabei, dass es sechs Millionen Beschäftigte in Deutschland in der Branche der energetischen Bausanierung gebe. Laut Kohler sind in den nächsten zwanzig Jahren rund 50 Prozent der Wohnhäuser in Deutschland ein Sanierungsfall, daher starte unter der Federführung der dena im Sommer eine breit angelegte Sanierungskampagne. Kohler forderte Handwerk, Wissenschaft, Unternehmen und Verbände auf, zusammen an einem Strang zu ziehen und Kräfte zu bündeln. Nur gemeinsam könne man erfolgreich sein.

Hartl

Die Sicht des Freistaats Bayern trug Roland Hartl, Leitender Ministerialrat im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, in Vertretung von Dr. Marcel Huber, MdL, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, vor. Er machte gleich zu Beginn deutlich, dass es die eine Energiewende nicht gibt, sondern es sei eine Megaaufgabe aus verschiedenen Komponenten. Bayern stehe dabei laut Hartl gut da. Die bayerische Staatsregierung habe 53 Millionen Euro für Energieeinsparmaßnahmen im Doppelhaushalt 2013/2014 budgetiert. Bayern habe ein CO2-Minderungsprogramm aufgelegt, das eine große Unterstützung für die Kommunen sei, so Hartl. Rund 400 Maßnahmen sind hier bereits gefördert worden. Hartl attestierte Bayern eine Vorbildfunktion in Deutschland unter den Ländern. So gilt künftig der Passivhausstandard bei der Errichtung aller neuen staatlichen Gebäude im Freistaat. Dazu wird Bayern eine Bildungsoffensive Energie sparen starten. Hartl betonte den hohen Stellenwert der qualifizierten Energieberatung vor Ort, die für Vertrauen bei Hauseigentümern sorge. Beim Thema Energiewende stehe der Bevölkerung eine epochale Herausforderung und zugleich einmalige Chance bevor, zu deren Bewältigung ein gesamtgesellschaftlicher Kraftakt notwendig sei, so Hartl. Letztlich wäre sie aber nur lokal und regional erfolgreich zu realisieren.

Haury

Für die Europäische Kommission war Clemens Haury von der Generaldirektion Energie nach München zum Wärmeschutztag gekommen.
Er erläuterte die EU-Ziele 20-20-20 für das Jahr 2020: Minus 20 Prozent bei CO2-Emissionen, plus 20 Prozent bei erneuerbaren Energien und Steigerung der Energieeffizienz auf 20 Prozent. Die Energieeffizienzrichtlinie 2012/27/EU-Gebäude ist seit Ende 2012 in Kraft, die Gebäuderichtlinie 2010/31/EU führt ab dem Jahr 2021 die Niedrigstenergiegebäude ein. Finanziert werden die Anstrengungen der EU-Kommission laut Haury u.a. durch den Europäischen Energieeffizienz-Fond (EEE-F). Auch arbeite die Kommission derzeit intensiv an einem Fahrplan für eine kohlenstoffärmere Wirtschaft bis 2050.

Dieses Jahr war der Wärmeschutztag stark geprägt von Fachvorträgen mit dem Schwerpunkt "Gelebte und erfolgreiche Praxis des energieeffizienten Bauens". Unter den Referenten des Wärmeschutztags 2013 waren u.a. Stefan Albat, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der vbw, Prof. Dr.-Ing. Werner Lang von der TU München, der "Vater des Passivhauses", Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Feist, Prof. Dr.-Ing. habil. Thomas Lützkendorf vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Hartmut Goldboom, Geschäftsführer von hagebau, der dem FIW eine exzellente Expertise unter den Forschungsinstituten in Deutschland bescheinigte. „Dessen Produkte in Deutschland vom FIW erfolgreich geprüft werden, hat das beste Zeugnis in Händen“. Das FIW habe in seiner 95-jährigen Geschichte eine hohe Reputation in der Branche erworben, so Goldboom.

Den Wärmeschutztag 2013 beschloss Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm, geschäftsführender Institutsleiter des FIW. In seinem Fazit verwies er auf die beiden Kernbotschaften der Veranstaltung, die Bedeutung der energieeffizienten Gebäudehülle hervorzuheben und Aufklärung zu leisten, zuvorderst bei Bürgern und Hauseigentümern, weil einige Medien in letzter Zeit durch bewusste oder unbewusste Falschinformationen für erhebliche Verunsicherung gesorgt hatten. Mit 200 Teilnehmern aus ganz Deutschland habe der Wärmeschutztag des FIW erneut gezeigt, wie aktuell das Thema ist und als wie wichtig es die Branche erachtet, sich einmal im Jahr zu dieser zentralen Veranstaltung in München zu treffen. Gerade das Networking untereinander zwischen Kunden des FIW, Industrie, Handel, Politik und Verbänden, das eine der Hauptmotivationen für die Einführung des Wärmeschutztags bildete, trage mittlerweile sichtbare Früchte. So lud Prof. Holm die Gäste zu einem Wiedersehen beim Wärmeschutztag 2014 ein und verwies auf die Internetseite www.waermeschutztag.de mit weitreichenden Informationen zur Veranstaltung.

Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm

Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm,
geschäftsführender Institutsleiter des FIW München

 

Christian Stolte

Die Moderation des Wärmeschutztags übernahm Christian Stolte, Bereichsleiter Energieeffizienz Gebäude bei der dena.

 

Ministerialrat Dipl.-Ing. Hans-Dieter Hegner

Ministerialrat Dipl.-Ing. Hans-Dieter Hegner vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sprach zum Thema "Sanierung 2.0: Bestandssanierung nach Plusenergiestandard".

 

Geselliger Abend

Ebenso Tradition wie der Wärmeschutztag hat der Gesellige Abend im Hotel Vier Jahreszeiten. Am Vorabend des Wärmeschutztags vergnügten sich Mitglieder und Freunde des FIW im Ballsaal des Hotels bei guten Gesprächen, feinem Essen und flotter Musik einer Big Band.

 

Verabschiedung Martin Zeitler

Auf das Herzlichste verabschiedete FIW Vorstandsvorsitzender Klaus-W. Körner den stellvertretenden Institutsleiter Dr.-Ing. Martin Zeitler, der im FIW seit 43 Jahren beschäftigt war. Neben einem Geschenk für Herrn Dr. Zeitler gab es Blumen für seine Frau. Klaus-W. Körner dankte Herrn Dr. Zeitler für seine langjährige Treue und seinen großartigen Einsatz für das FIW über Jahrzehnte und wünschte ihm für seinen Ruhestand alles erdenklich Gute.

 

Dr. Thomas Goppel

Ehrengast des Abends war Staatsminister a. D. Dr. Thomas Goppel, MdL. Als ehemaliger bayerischer Forschungsminister überbrachte er dem FIW die besten Wünsche im Namen der CSU-Fraktion im Landtag für den Wärmeschutztag 2013.