Gedanken und Aufgaben
für das Jahr 2014

von Klaus-W. Körner und Prof. Dr.-Ing. Andreas H. Holm

Verehrte Mitglieder und Kunden,
verehrte Damen und Herren,
liebe Freunde des FIW,

mit dieser ersten Ausgabe der FIW News 2014 möchten wir Ihnen und Ihren Familien zunächst ein glückliches, gesundes und erfolgreiches neues Jahr wünschen und damit die Erwartungen einer weiterhin vertrauensvollen Zusammenarbeit verbinden.

Dieses Miteinander ist, wenn man sich Herausforderungen vor denen wir gemeinsam stehen realistisch vor Augen hält, zwingend notwendig.

Wir starten mit einer neuen Regierung, diese wiederum auf Basis eines Koalitionsvertrags, indem zwar die nicht nur für unser Institut wichtige Energiewende enthalten ist, in der Durchführung aber viele Fragen noch der Klärung bedürfen. Das beginnt bereits bei der Regelung der Zuständigkeiten und der neuen und für uns alle überraschenden Ressortverteilung.

Wichtig ist, dass nunmehr die Koalitionäre und die jeweils zuständigen Ministerien zu einem vernünftigen Gesamtkonzept finden, damit die Energiewende tatsächlich effizient und effektiv umgesetzt werden kann. Dazu wollen wir auch gerne weiterhin unserem Gründungsauftrag entsprechend Beiträge leisten, insbesondere dass ganz oben auf der Agenda der zukünftigen Regierungspolitik die Frage steht, mit welchen Strategien die wirtschaftlichen Energieeffizienzpotenziale im industriellen, öffentlichen und privaten Sektor gehoben werden können, und zwar nicht nur für den Stromsektor, sondern auch für den Wärmebereich.

Unser Credo bleibt Energieeinsparung vor Energieerzeugung. Also nicht weiter Milliarden Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien zu stecken, sondern funktionierende Effizienzmärkte zu schaffen. Sich wieder klar darüber zu werden, dass Energieeffizienz der wichtigste Baustein der Energiewende ist.
Der Gebäudebereich ist dazu ein geeignetes Instrument. Dazu sollte die Steuerabschreibung, die in einer beispiellosen Nacht- und Nebelaktion zunächst komplett aus dem Koalitionsvertrag gestrichen wurde, wieder auf die Agenda der politischen Tagesordnung kommen - je früher desto besser. Insgesamt halten wir eine Neugestaltung des Förderrahmens, den wir nach wie vor als eine wichtige staatliche Verpflichtung sehen, für unabdingbar.

Stärker ins Bewusstsein muss die Tatsache kommen, dass sich Energieeffizienzmaßnahmen volkswirtschaftlich rechnen, zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, die Energieimportabhängigkeit reduzieren, die Exportchancen für deutsche Anlagen, Maschinen und Produkte auf den globalen Märkten erhöhen und gleichzeitig die Energiekosten der Verbraucher senken.

Wir werden uns weiterhin in die Umsetzung der staatlich definierten Ziele durch Objektivierung in die Kritik geratener Maßnahmen der energetischen Sanierung des Gebäudebestands einbringen.

Eine weitere wichtige Aufgabe für unser Institut in Verbindung mit Industrie, Handel und Handwerk wird es sein zu verdeutlichen, dass energieeffiziente Maßnahmen im Gebäudebereich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch bei fachgerechter Durchführung bewährt sind und keinerlei Probleme und Risiken beinhalten. Auch dafür steht unser Institut, wie sich aus einigen sehr bedeutsamen Veröffentlichungen des vergangenen Jahres zeigt. Das wird im Jahr 2014 fortzusetzen sein.

Dazu gehören natürlich auch Forschungsaktivitäten um notwenige Weiterentwicklungen zu realisieren und damit die Basis künftiger Einsatzmöglichkeiten von wärmedämmenden Baustoffen und Bauteilen zur energieeffizienten Ausgestaltung des gesamten Gebäudebereichs zu sichern. Gleiches gilt für die industrielle Anwendung.

In diesem Sinne werden wir unsere Erfahrung, die fach- und wissenschaftliche Kompetenz auf Basis unserer anerkannten Neutralität weiterhin in künftige Diskussion einbringen. In diesem Zusammenhang möchten wir Sie schon heute zu unserem diesjährigen Wärmeschutztag am 5. Juni einladen. Es war, ist und bleibt Aufgabe unseres Instituts, wissenschaftliche, politische und marktunterstützende Basisarbeit zu leisten.

Ihr

Unterschrift Klaus-W. Körner

               

Unterschrift Andreas Holm

Klaus-W. Körner
Vorstandsvorsitzender des FIW


Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm
Geschäftsführender Institutsleiter FIW

Klaus-W. Körner

Klaus-W. Körner
Vorstandsvorsitzender FIW

Andreas Holm

Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm
Geschäftsführender Institutsleiter FIW

 

Impressum:

Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. München
Lochhamer Schlag 4, 82166 Gräfelfing
Postfach 15 25, 82157 Gräfelfing
Tel +49 89 85800-0
Fax: +49 89 85800-40
E-Mail: info@fiw-muenchen.de
V.i.S.d.P. Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm

 
 Neue Studie
 

Metastudie Wärmedämmstoffe – Produkte – Anwendungen - Innovationen

Die energetische Sanierung im Gebäudebereich ist eine der entscheidenden Voraussetzungen zur Reduzierung des Energieverbrauchs in Deutschland. Eine neue Studie fasst den aktuellen Stand des Wissens hinsichtlich materialwissenschaftlicher, ökologischer und ökonomischer Aspekte zusammen und gibt Einblicke in die Innovationen von morgen.

Das Thema Wärmedämmung wurde noch nie so kontrovers diskutiert wie in den letzten Monaten. Dabei stehen vor allem die Maßnahmen im Gebäudebestand im Kreuzfeuer der medialen Aufmerksamkeit. Schlagzeilen wie „Gefahr aus Plastikschaum“ (SZ, Dez. 2012), „Wärmedämmung kann Hausbrände verschlimmern“ (Spiegel online, Nov. 2011) oder „Höhere Kosten trotz Dämmung“ (Welt am Sonntag, Okt. 2012) führen bei den privaten und öffentlichen Entscheidern und Investoren zu Verunsicherung.

Eine neue Studie mit dem Titel „Technologien und Techniken zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden durch Wärmedämmstoffe. Metastudie Wärmedämmstoffe – Produkte – Anwendungen - Innovationen“ stellt erstmals in umfassender Form und produktneutral den Stand der Technik und aktuelle Innovationen in Bezug auf die eingesetzten Dämmstoffe, die Anwendungsbedingungen, die ökologischen und gesundheitlichen Aspekte und qualitätssichernden Maßnahmen sowie eine realistische und bauteilbezogene Abschätzung des Einsparpotenzials bei Sanierungsmaßnahmen im Bestand vor.

Ausgehend vom aktuellen Energieverbrauch in Deutschland entwickeln die Autoren das Thema „Wärmedämmung“ zunächst über die bauphysikalischen Grundlagen der Wärmeübertragung und die technologischen Parameter der aktuell am häufigsten eingesetzten Materialien bis hin zu den Entwicklungsfeldern und Problemlösungsstrategien von morgen. Dabei wird deutlich, dass Dämmstoffe durch die Innovationen der letzten Jahre kontinuierlich weiterentwickelt wurden und inzwischen oft eine Wärmeleitfähigkeit nahe der physikalisch möglichen Untergrenze aufweisen. Herausforderungen der Zukunft liegen demnach vor allem in der Substitution indizierter Inhaltsstoffe und einer Optimierung der Ökobilanz.

Das Thema der Nachhaltigkeit von Dämmstoffen wird anhand ausgewählter Beispiele für die drei Schutzziele (Ökologie, Ökonomie, soziokulturelle Aspekte) dargestellt. Dabei wird ausführlich die energetische Amortisation von Dämmstoffen und deren Abhängigkeit von den Materialcharakteristika diskutiert (Abb. 1). Beispiele zur Bewertung von Dämmstoffen auf Basis von Ökobilanzdatensätzen, den Kostenstrukturen (Herstellung, Pflege, Entsorgung/Rückbau), der Nutzungsdauer und den gesundheitlichen und ökotoxikologischen Gefährdungspotenzialen durch Additive und Faserstäube helfen dabei, trotz der Komplexität der möglichen Wechselbeziehungen die relevanten Produkteigenschaften zu erkennen.
Energetische Amortisationszeit 

Abbildung 1 Energetische Amortisationszeit [a] als Funktion der Dicke [cm] und des Primärenergieinhalts [MJ/kg] bei konstanter Wärmeleitfähigkeit λ = 0,04 W/(m•K) und Rohdichte ρ = 20 kg/m3)

Auf Basis vorhandener Daten zum Gebäudebestand wird eine bauteilbezogene Abschätzung der möglichen Einsparpotenziale im Bereich der energetischen Sanierung erstellt.
Abschließend werden typische Sanierungshemmnisse detektiert. Für die in der medialen Aufbereitung teils unscharf verwendeten Begriffe zu den Themenkomplexen Architektur, Energieeinsparung, Kosten und Rentabilität, biologischer Befall, Brandgefahr und Entsorgung erfolgt eine Präzisierung und Aufbereitung in Form von Factsheets. Aus aktuellem Anlass sind auch ausführliche Informationen zur Schädigung von Dämmstoffen nach Hochwasser zusammengestellt.

Titel:


Technologien und Techniken zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden durch Wärmedämmstoffe

Kurztitel:


Metastudie Wärmedämmstoffe – Produkte – Anwendungen – Innovationen

Gefördert durch:

 

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) am 28. Oktober 2012 Aktenzeichen: II 3-F20-12-1-074 / SWD-10.08.18.7-12.39

Mitfinanziert von:


Gesamtverband Dämmstoffindustrie GDI – Berlin
Fachverband Wärmedämmverbund-Systeme (FV WDVS) – Baden-Baden
Die Bearbeitung der Kapitel 2, 3 und 4 wurde vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. Berlin unterstützt.

 
 Neue Prüftechnik
 

VOC – Emissionsanalytik
im FIW

Für flüchtige und halbflüchtige organische Verbindungen (VOC/SVOC) wurde 2013 eine harmonisierte Prüfmethode als technische Spezifikation CEN/TS 16516 publiziert. Diese TS legt ein Verfahren für die Bestimmung der Emissionen von gefährlichen Stoffen aus Bauprodukten in die Innenraumluft fest.

Die harmonisierte Prüfmethode als EN-Standard ist für 2014/2015 zu erwarten.

Entsprechend dieser Entwicklung hat das FIW-München bereits Ende 2011 sein Mess- und Prüfleistungsspektrum in der Emissionsanalytik erweitert. Diese Erweiterung beinhaltet den Neubau eines Emissionslabors und die Realisierung einer 1m3 Kammer (Fa. Vötsch) [Photo 1a + 1b]. Bis zu diesem Zeitpunkt verfügte das FIW bereits über eine 24 L Kammer und drei FLEC Zellen inkl. Sub-Unit und Air Control. Die Emissionskammer wurde so geplant und ausgeführt, dass auch im direkten Volumenstrom beprobt werden kann. Dieser Vorteil macht sich besonders bei der Bestimmung von SVOC’s in der Wiederfindungsrate bemerkbar. Die Zuluft-Aufbereitung [Photo 2] für das Emissionslabor bzw. die Kammer und FLEC Versorgung erfolgt mehrstufig über Aktivkohle-Zellen mit hochgradigen Adsorptions- und Chemisorptionseigenschaften .

Seit Ende 2012 werden vom Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. München folgende Emissionsmessungen für Bauprodukte angeboten und durchgeführt:

  1. Bestimmung der Emission von flüchtigen organischen Verbindungen aus Bauprodukten nach dem Prüfkammerverfahren (1m3 Kammer oder 24 L Kammer) DIN EN ISO 16000-9:2006-06

  2. Bestimmung der Emission von flüchtigen organischen Verbindungen aus Bauprodukten nach dem Prüfzellenverfahren DIN EN ISO 16000-10:2006-06

Diese Emissionsbestimmungen beinhalten die Emissionsanalytik nach normativer Vorgabe DIN ISO 16000-3 [Bestimmung von Carbonylverbindungen und Formaldehyd (DNPH/HPLC Analytik)] und DIN ISO 16000-6 [Bestimmung von VOC auf Tenax TA, thermische Desorption und GC/MS Analytik].

Die Auswertung (Prüfbericht) erfolgt gemäß den DIBt Zulassungsgrundsätzen zur gesundheitlichen Bewertung der Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC und SVOC) aus Bauprodukten (AgBB-Schema). Eine weitere Auswertmöglichkeit ist die AgBB/DIBt Auswertmaske ADAM (obligatorisch bei DIBt Produktzulassungen). Eine Produktbeurteilung nach französischem VOC-Label ist ebenfalls möglich.

Die Emissionsanalytik ist zertifiziert nach DIN EN ISO/IEC 17025.

1m3 Kammer (Fa. Vötsch)

1m3 Kammer (Fa. Vötsch, Photo 1a)

1m3 Kammer mit Mineralwolle-Prüfkörper

1m3 Kammer mit Mineralwolle-Prüfkörper (Photo 1b)

Zuluft-Aufbereitung

Zuluft-Aufbereitung (Photo 2)

 
 VDI 2055
 

Konstituierende Sitzung

des Richtlinien Ausschusses der VDI 2055 am 04.12.13 im FIW München

VDI 2055

 

Am 04.12.13 traf sich der Richtlinien Ausschuss zur Überarbeitung der VDI 2055 Teil 1 „Wärme- und Kälteschutz von betriebstechnischen Anlagen in der Industrie und Gebäudeausrüstung – Berechnungsgrundlagen“ zur seiner konstituierenden Sitzung. Die Richtlinie aus dem Jahr 2008 steht zur fünfjährigen Revision an. Die Diskussion während der Besprechung ergab viele Punkte, die zur Verbesserung der Richtlinie beitragen werden. Geplant ist beispielsweise die Aufnahme eines neuen Abschnitts „Kältedämmung“. Des Weiteren wird eine kritische Betrachtung der Zuschlagsfaktoren für die Betriebswärmeleitfähigkeit und der Formeln für den Wärmeübergang durchgeführt.

Der Ausschuss dankte Dr.-Ing. Martin Zeitler (FIW München) für seine aktive Arbeit als Vorsitzender an der umfassenden Neubearbeitung der Richtlinie seit April 2001 recht herzlich. Als neuer Vorsitzender wurde Roland Schreiner (FIW München) mit dem Stellvertreter Andreas Regel (Bilfinger) gewählt. Damit setzt sich die lange Tradition des FIW München fort, seit der Erstausgabe der VDI 2055 im Jahr 1958 bei der Richtlinienarbeit im VDI mitzuarbeiten.

 
 Termine
 
ISO 2014

Das FIW auf der ISO `14
Köln, 8. – 9. Mai 2014

Energieeffizienz betriebstechnischer Anlagen

Alles zu diesem Thema präsentiert das FIW München auf der ISO `14: Die Ermittlung der Einsparpotenziale bei Wärme- und Kälteverlusten, effektive Dämmung, Schonung der fossilen Energieressourcen und Verminderung der CO2-Emissionen sind die zentralen Themen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Messestand! www.iso-messe.de

Wärmeschutztag 2014

Vorschau:

Wärmeschutztag 2014
5. Juni 2014

Namhafte Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und Wissenschaft werden über die aktuellen politischen Entscheidungen der Energiewende und den sich daraus abzuleitenden Aufgabenstellungen für Wirtschaft und Wissenschaft informieren. Über Ihre Teilnahme freuen wir uns. Bitte merken Sie sich den Termin schon einmal vor. Nähere Informationen finden Sie unter www.waermeschutztag.de

FIW München

 

4. Juni 2014
München, Hotel Vier Jahreszeiten:

Mitgliederversammlung 14.00 Uhr

Forschungsnachmittag 15.30 - 18.00 Uhr (Programm als PDF hier)

Geselliger Abend 19.00 Uhr