Sehr geehrte Mitglieder und Freunde unseres Institutes,

zunächst für Sie alle meine besten Wünsche für ein gutes, erfolgreiches, glückliches und gesundes Jahr 2013! 2013 wird ein spannendes Jahr, nicht nur weil es mein erstes volles Jahr als neuer geschäftsführender Institutsleiter des FIW sein wird, sondern in seinem gesamten Verlauf.

Bewusst wollten wir mit diesen FIW news gleich zu Beginn des neuen Jahres herauskommen, eben noch rechtzeitig vor der BAU, die heuer ihr zwanzigstes Jubiläum am Heimatort des FIW, in München, feiert. Das letzte Jahr war bedauerlicherweise geprägt von viel und oftmals unsachlicher Kritik an und falscher Berichterstattung über die Wärmedämmung. Daher will ich auch dieses Vorwort für einen Appell nutzen und für Aufklärung sorgen:

Der Bereich der energetischen Sanierung des Gebäudebestands, aber auch die Energieeffizienz der Neubauten sind nach wie vor wichtige politische Themen, wenn im Rahmen der Diskussion um die EnEV 2013 über weitere Senkungen des Primärenergiebedarfs gestritten wird. Gleichzeitig häufen sich Medienberichte über angebliche bautechnische Probleme und Defizite bei der Wärmedämmung bis hin zu dem absurden Argument, Energieeinsparung durch Wärmedämmung sei bauphysikalisch unmöglich. Dabei sind allgemein gültige Aussagen über die einzelnen Wirkpotenziale der Sanierungsmaßnahmen (Wärmedämmung der Hüllfläche, Fensteraustausch und die Heizungserneuerung) jedoch nicht möglich, da objektspezifisch große Unterschiede auftreten können. Fakt ist aber:  Wärmedämmung ist unverzichtbar und bei fachgerechter Durchführung ohne Probleme und ohne zu erwartende Mängel leistbar - und letzlich auch wirtschaftlich.

Was Feuchteschäden an Fassaden betrifft, sind diese kein spezielles oder typisches Problem von Wärmedämmverbundsystemen, weder bei kunstharzgebundenen noch mineralischen Putzen. 

Schadensfälle bei WDV-Systemen mit keramischer Bekleidung zum Beispiel und ihre Erforschung haben schon 1997 gezeigt, dass das Eindringen von Feuchtigkeit von außen durch eine Bekleidungsschicht aus Fliesen oder Spaltplatten mit geeigneter Porosität in Kombination mit hydrophobierten elastifizierten Fugenmörtel minimiert werden kann. Dabei haben zahlreiche Studien hervorgebracht, dass bei sachgerechter Verarbeitung, Wartung und Instandhaltung von sehr langer Lebensdauer, durchaus vergleichbar mit einfach verputztem Mauerwerk, auszugehen ist. Vorliegende Erfahrungen aus 50 Jahren mit mittlerweile ca. 800 Mio. m2 WDVS in Deutschland zeigen, dass es sich bei WDVS um ein bewährtes System mit minimaler Schadensbilanz handelt. Mechanische Beschädigungen durch Sturm, Regen, Hagel treten nicht häufiger auf als bei sonstigen Fassadenbekleidungen. Schäden durch Löcher, die zum Beispiel von Spechten verursacht wurden, sind kein Dämmstoff- oder EPS-spezifisches Thema, da sie auch bei Bekleidungen oder Verschalungen mit Brettern oder Holzwerkstoffen auftreten können.

Auch die Algenbildung an Fassaden ist ein allgemeines Problem und tritt ebenso an einfach verputzten Fassaden und massiven Steinfassaden auf, wie man leicht auch an historischen Gebäuden sehen kann, die sich grün oder schwarz verfärben. Ein permanenter feuchter Oberflächenfilm auf der Fassade stellt die ideale Grundlage und den Nährboden für Algen dar. Dieser Film soll aber von außen verdunsten und gerade nicht auf Grund der Wärmeverluste des Gebäudes, also von innen, abtrocknen. Die Algenbildung hängt von sehr vielen Faktoren wie Dachüberstand, Putzart, Rauhigkeit und Struktur des Putzes, Verschattung, Gebäudeausrichtung, Wärmekapazität des Systems usw. ab. In erster Linie handelt es sich aber um ein optisches Problem und nicht um eine Beeinträchtigung der Energieeinsparung. Heute kann man die Putzsysteme so einstellen, dass die Gefahr der Algen- und Pilzbildung minimiert wird.

Was die Kostendiskussion betrifft, kann man feststellen: Ein WDV-System wird üblicherweise aufgebracht, wenn ohnehin ein Anstrich, eine Putzsanierung oder eine Komplettrenovierung ansteht. Bei größeren Renovierungsarbeiten ist die energetische Ertüchtigung des gesamten Gebäudes sinnvoll. Wenn bei einer Sanierung der Fassade ohnehin Putzarbeiten, Malerarbeiten und Gerüstkosten anfallen, erhöht der Aufwand für das WDV-System die Gesamtkosten der Maßnahmen zwar, aber eben nicht übermäßig, so dass sich die Mehrbelastungen in wenigen Jahren amortisieren, vor allem wenn die Energiekosten steigen werden, was mittlerweile wohl keiner mehr bezweifelt.

Oft spielen aber bei Investitionsentscheidungen neben den energetischen Aspekten auch  Gesichtspunkte der Substanzerhaltung, Wertsteigerung und Behaglichkeitserhöhung eine Rolle. Vielfach wird vergessen oder bewusst unterschlagen, dass die Wärmedämmung der Fassade die thermische Behaglichkeit im Winter, aber auch im Sommer nachweislich erhöht.

Zur Versachlichung der Diskussion wird das FIW München in 2013 maßgeblich beitragen. Wir wollen uns in die Verantwortung nehmen lassen und uns der Aufgabe stellen. Daran werden wir zusammen mit der Industrie und dem Rahmengeber arbeiten. Ein Baustein ist das vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung genehmigte Forschungsprojekt „Metastudie Wärmedämmstoffe“, ein weiterer der am 7. Juni erneut stattfindende Wärmeschutztag 2013. Hier werden wir vernetzte Informationen verbreiten, integrative Prozesse fördern, Denkanstöße liefern und Maßnahmenvorschläge ableiten. Über Ihre Teilnahme würden wir uns freuen. Bitte merken Sie sich denn Termin schon einmal vor.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen noch einmal ein gutes und erfolgreiches Jahr 2013 und setzen auf eine weiter so gute Zusammenarbeit!


Ihr

Unterschrift Andreas Holm

Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm
Geschäftsführender Institutsleiter FIW

Prof. Dr. Andreas Holm

Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm
Geschäftsführender Institutsleiter FIW

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressum:

Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. München
Lochhamer Schlag 4, 82166 Gräfelfing
Postfach 15 25, 82157 Gräfelfing
Tel +49 89 85800-0
Fax: +49 89 85800-40
E-Mail: info@fiw-muenchen.de
V.i.S.d.P. Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm

 
 Aktuell
 

Richtlinie VDI 4610

Die Richtlinie VDI 4610 gilt für den Wärme- und Kälteschutz an betriebstechnischen Anlagen in der Industrie und in der Technischen Gebäudeausrüstung. Sie soll Anlagenbetreibern, Planern und Bauausführenden ein Werkzeug zur Effizienzsteigerung in der Produktion durch Energie- und CO2-Einsparung mittels Optimierung technischer Dämmung an die Hand geben. Die Richtlinie ermöglicht eine effektive Anlagendämmung unter Beachtung ökonomischer und ökologischer Gesichtspunkten zu planen, zu berechnen und auszuführen. Maßstab der Auslegung einer Dämmung ist die nachhaltige Energieersparnis. Die Dämmmaßnahme kann bereits bei der Planung oder Fertigstellung im Hinblick auf die geplante Nutzungsdauer ökonomisch bewertet werden.

Die Richtlinie VDI 2055 Blatt 1, „Wärme- und Kälteschutz von betriebstechnischen Anlagen in der Industrie und in der Technischen Gebäudeausrüstung – Berechnungsgrundlagen“, liefert Verfahren für die Berechnung von Wärmeströmen und Diffusionsvorgängen sowie die Bemessung der Dämmschichtdicken nach technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Sie betrachtet Objekte nach den betrieblichen Anforderungen wie dem Berührungsschutz oder dem maximal zulässigen Wärmeverluststrom.

Die neue Richtlinie VDI 4610 geht darüber hinaus, indem sie Methoden für einen ganzheitlichen Ansatz zur energieeffizienten, Ressourcen schonenden und wirtschaftlichen Bauteil- und Anlagendämmung vorstellt. Sie behandelt nicht nur die Dämmsysteme von Rohrleitungen oder Wänden, sondern die Dämmung der gesamten Anlage einschließlich aller Komponenten und Bauteile. Darüber hinaus erfasst sie den Gesamtwärmeverlust aller wärmeabgebenden Bauteile. Dies ermöglicht einerseits eine Bewertung der Dämmleistung und regt andererseits den Planer der Anlage an, alle Bauteile wärmeschutztechnisch zu optimieren. Als Kenngröße dient der spezifische Wärmeverluststrom, der vor allem bei bestehenden Anlagen wesentlich ist. Dieser kann als pragmatische Bewertungskennzahl herangezogen werden. Ins Verhältnis zur Wärmestromdichte gesetzt, zeigt er das Potenzial auf, das über ungedämmte Objektwände und/oder sonstige anlagenbedingte Wärmebrücken verloren geht. Der Wärmeverluststrom bildet die Grundlage, auf der die Wirksamkeit einer Maßnahme hinsichtlich der Energieeinsparung bewertet werden kann. Er muss vor und nach einer Maßnahme verglichen werden.

Mit einer Reduktion des flächen- und längenbezogenen Wärmeverluststroms können die Energieeffizienzklassen A, B und C erreicht werden. Für neue Anlagen ist die Klasse C Stand der Technik, wobei mit den Energieklassen A und B noch Spielräume für weitere Verbesserungsmaßnahmen und Innovationen verbleiben. Sind alle Bauteile gedämmt und ist deren Auslegung nach betriebstechnischen Gesichtspunkten erfolgt, wird die Klasse D erreicht. Wenn ausschließlich die Wärmestromdichte der Wände oder Rohrleitungen reduziert wird, ohne die Wärmeverlustströme über die Bauteile und anlagenbedingten Wärmebrücken einzubeziehen, erreicht die Anlage die Energieeffizienzklasse E. In den Klassen F und G sind Bauteile ungedämmt oder völlig unzureichend gedämmt.

Dr.-Ing. Ernst-Günter Hencke

Ab Dezember 2012 ist die Richtlinie als Entwurf für 201,00 €  mit Demo-Programmen auf einer beigefügten CD-ROM beim Beuth Verlag in Berlin,
Tel. +49 (0) 30 2601-2260, erhältlich. Onlinebestellungen sind möglich unter www.vdi.de/4610 oder www.beuth.de. Die Einspruchsfrist endet am 1. Dezember 2013.

Fachlicher Ansprechpartner in der VDI-GEU:
Dr.-Ing. Ernst-Günter Hencke
Tel.: 0211/6214-416
E-Mail: hencke@vdi.de

 
 Neues aus der Forschung
 

Forschungsprojekt „Energieeffizienz betriebstechnischer Anlagen: Wärme- und Kälteschutz“

Der Forschungsbericht „Energieeffizienz betriebstechnischer Anlagen: Wärme- und Kälteschutz“ des FIW München sowie der dazugehörige Forschungsbericht „Energieeinsparpotenzial durch technische Dämmungen“ der FfE GmbH stehen jetzt auf der Internetseite des FIW München zum Download bereit:
http://www.fiw-muenchen.de/forschung_industrielle_daemmung.php

Im Forschungsprojekt unter Federführung des FIW München in Zusammenarbeit mit der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH (FfE GmbH), München, und dem VDI, Düsseldorf, wurden Methoden entwickelt, um Energieeinsparungen durch technische Dämmungen bei betriebstechnischen Anlagen im Bestand zu ermitteln. Finanziert wurde das Projekt durch das FIW München, die beteiligten Unternehmen1) und Verbände sowie durch die Zuschüsse vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.

Dabei wurden unter anderem diese wichtigen Verfahren und Methoden im Forschungsprojekt behandelt und entwickelt:

  • Aufnahmetool für betriebstechnische Dämmungen
  • Methoden für die Auslegung von energieeffizienten Dämmungen (optimierte und wirtschaftliche Dämmung)
  • Bestimmung von Wärmeverlusten über Wärmebrücken (Wärmebrückenkatalog)
  • Vorschlag von Energieeffizienzklassen von Dämmungen von betriebstechnischen Anlagen

Um die Methoden zu erproben und das Einsparpotenzial zu bestimmen, wurden von vielen Projektbeteiligten in Industriebetrieben verschiedene betriebstechnische Anlagen sowie Wärmeübergabestationen für den Bereich Haustechnik visitiert. Intensiv untersucht wurden insgesamt sechs Betriebe von der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH (FfE GmbH), um den Gesamtwärmeverlust der betriebstechnischen Anlagen in diesen Betrieben zu bestimmen.

Um einen schnellen Wissenstransfer zu ermöglichen wurden die Forschungsergebnisse parallel zur Forschungsarbeit in die VDI 4610 eingearbeitet (siehe Beitrag zur VDI 4610).
Ansprechpartner im FIW München sind Dr.-Ing. Martin Zeitler (Tel.: 089/858 00-34) und Dipl.-Ing. Karin Wiesemeyer (Tel.: 089/858 00-73), Ansprechpartner bei der FfE GmbH ist Dipl.-Ing. (FH) Anna Gruber (Tel.: 089/158121-62).

1) Vielen Dank an die Sponsoren Armacell GmbH, Saint-Gobain Isover G+H AG, Kaimann GmbH, Knauf Insulation SPRL, Deutsche Rockwool Mineralwoll GmbH & Co OHG und Sebald Iso-Systeme GmbH & Co KG.

Versuchsaufbau

Versuchsaufbau Flanschenkappen

Flansch

Infrarot-Aufnahme der Flanschenkappen

Flansch gedämmt

gedämmte Flanschenkappen

Armatur gedämmt

gedämmte Armatur

 
 FIW intern
 

Christoph Sprengard übernimmt Abteilungsleitung „Bauphysik und Bauteile“

Nach der Abteilung „Dämmstoffe im Bauwesen“ mit Claus Karrer und „Technische Dämmung“ mit Roland Schreiner hat nun auch die dritte Fachabteilung im FIW München innerhalb weniger Monate einen neuen Abteilungsleiter bekommen. Dipl.-Ing. Christoph Sprengard übernahm ab August die Leitung der Abteilung „Bauphysik und Bauteile“ von Dr.-Ing. Martin H. Spitzner, der in die Geschäftsführung des ift Rosenheim wechselte.

Christoph Sprengard studierte Bauingenieurwesen an der Universität Kaiserslautern mit den Schwerpunkten integrierte Hochbautechnik, Stahlbeton- und Spannbetonbau sowie Baubetrieb. Bereits während seiner Diplomarbeit befasste er sich mit Bauphysik und Gebäudesimulation, als er ein Niedrigenergiehaus mitsamt der kompletten Gebäudetechnik nachbildete. Herr Sprengard ist seit 2001 im FIW München beschäftigt und betreut seitdem die numerischen Berechnungen zur Weiterentwicklung und wärmetechnischen Optimierung von Wärmebrücken, Mauersteinen, Fensterrahmen und Vakuum-Isolations-Paneelen (VIP). 2004 übernahm er die Sachgebietsleitungen „Mauerwerk und Massivbaustoffe“ und „Heizkastenmessungen“ (Hot-Box). Herr Sprengard führte zahlreiche Forschungsvorhaben zu einer Vielzahl an Themen des baulichen Wärmeschutzes durch und begleitete den Markteintritt für innovative Dämmstoffe (z.B. Vakuum-Isolations-Paneele).

Mit dem Wechsel an die Spitze der Abteilung änderte sich auch die Ausrichtung der Abteilung „Bauphysik und Bauteile“. Die Überwachung der Ortschaumsysteme wird zukünftig von der Abteilung „Dämmstoffe im Bauwesen“ übernommen. Christoph Sprengard wird zusammen mit seiner Abteilung vermehrt Forschungsvorhaben beantragen und bearbeiten.

Dip.-Ing. Christoph Sprengard

Dip.-Ing. Christoph Sprengard
Leiter Abteilung „Bauphysik und Bauteile“

 
 Forschungstechnik
 

Neue Maßstäbe bei der Ermittlung der äquivalenten Wärmeleitfähigkeit - drehbares Wärmestrommessplattengerät am FIW München verfügbar

Die hochgenauen Wärmeleitfähigkeitsmessgeräte des FIW München haben Zuwachs bekommen. Seit August 2012 steht dem FIW München ein Wärmestrommessplattengerät zur Verfügung, mit dem große Proben bis ca. 1,2 m x 1.6 m gemessen werden können. Das Gerät wurde innerhalb weniger Wochen geplant und zum großen Teil von den Mitarbeitern der Abteilung „Bauphysik und Bauteile“ selbst gebaut. Nach einer umfangreichen Testphase ist das Gerät bereits für die Messungen des Forschungsvorhabens zum Einfluss der Steinformate, Mörtelfugen und Griffhilfen von hochwärmedämmendem Mauerwerk im Einsatz.

Hier kann das Gerät durch seine variable Orientierung der Kühlplatten seine ganzen Stärken ausspielen. Denn einzigartig an diesem Gerät ist die Drehbarkeit um volle 360°, wobei die Kühlplatten in einer stabilen Konstruktion aus Aluminiumprofilen gelagert sind. Dadurch ist es möglich, die äquivalente Wärmeleitfähigkeit unter verschiedenen Wärmestromrichtungen zu ermitteln. Hierbei sind alle Orientierungen denkbar: Wärmestrom nach unten, nach oben oder horizontal und auch beliebige Winkel dazwischen. Bei hochwärmedämmendem Mauerwerk liegt üblicherweise eine horizontale Wärmestromrichtung vor. Die Messung von Halbsteinen in Plattengeräten nach der DIBt-Richtlinie war bisher nur in horizontaler Einbaulage (mit dann vertikalem Wärmestrom) in den Plattengeräten des FIW München möglich. Diese Lücke wird durch das neue Gerät nun geschlossen.

Die Richtung des Wärmestroms während der Messung ist auch für weitere mögliche Einsatzgebiete, Materialien und Probekörper interessant. Beispiele hierfür sind hochwärmedämmende Verglasungen, mehrlagige Foliendämmstoffe, Membranen und Dämmaufbauten aus Materialien geringer Dichte, bei denen die Orientierung des Bauteils (und damit des Wärmestroms) einen Einfluss hat. Die riesige Probenfläche ist vor allem für die Untersuchung von Vakuum-Isolations-Paneelen (VIP) und Isolierglaseinheiten interessant, die nicht zugeschnitten werden können.

Die Steuerung und Messwerterfassung wurde so konzipiert, dass Langzeitaufzeichnungen mit veränderlichen Temperaturen möglich sind, um instationäre Effekte auf den Wärmedurchgang wie z.B. Wärmeein- und ausspeichervorgänge oder Feuchtetransportvorgänge in durchnässten Proben, zu untersuchen. Dem FIW München steht somit ein wertvolles neues und sehr flexibles Messgerät für Forschung und Überwachung zur Verfügung.

FIW Technik

360° drehbares Wärmestrommessplattengerät

drehbares Wärmestrommessgerät

 
 Forschungsstudie 1
 Forschungsstudie 2
 

Neuer Forschungsantrag zu topaktuellem Thema vom BBR bewilligt:
Metastudie Wärmedämmstoffe – Produkte – Anwendungen – Innovationen

Zur Beantwortung der dringenden Fragen hinsichtlich der Rolle der Dämmstoffe bei der Energiewende und zur Versachlichung der Diskussion hinsichtlich Schäden an Dämmung wurde vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ein Forschungsantrag des FIW München genehmigt. Weitere Unterstützung erhält das Projekt vom Gesamtverband der Dämmstoffindustrie (GDI), vom Gesamtverband der deutschen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (GdW) und vom Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme (FV WDVS).

Wärmedämmung ist ein wesentlicher Bestandteil für die Verminderung des Energieverbrauchs und der Energiekosten von Gebäuden und damit ein unverzichtbarer Baustein der Energiewende. Dämmstoffe können Bauteile schützen und die Behaglichkeit verbessern. Diesen großen Vorteilen stehen aber auch eine Reihe Anwendungsfragen gegenüber, für deren Entscheidung fundiertes Wissen notwendig ist. Diese Fragen dürfen weder dramatisiert noch ignoriert werden, sie sind sachlich zu beantworten. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens sollen Wissen zum Einsatz von Dämmstoffen vermitteln. Ohne Reduzierung der Wärmeverluste im Bestand geht die Rechnung zur Energiewende nicht auf. Zum Gelingen der Energiewende trägt der richtige Einsatz von Dämmstoffen im Gebäudebestand bei.

Die politische Diskussion wird durch Fakten, Hinweise und Argumentationshilfen wissenschaftlich begleitet, damit die derzeitige positive Bereitschaft bei den Entscheidungsträgern nicht durch falsche Informationen und fehlende Aufklärung „umkippt“. Die Weichen des politischen Handelns müssen dauerhaft auf Nachhaltigkeit gestellt werden. Dazu gehört auch eine Betrachtung der Nachhaltigkeit von Dämmstoffen. Eine Reduzierung der Verluste und eine Erhöhung der Effizienz haben einen höheren Stellenwert als der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien. Durch richtige Dämmung wird die Sicherheit vor Bauschäden erhöht und nicht verringert. Mit den heute verfügbaren Dämmstoffen stehen Produkte für alle Detaillösungen bei der Reduzierung der Wärmeverluste der Gebäudehülle zur Verfügung.

Das Forschungsvorhaben stellt den Stand der Technik zusammen und versachlicht die überschießende Berichterstattung zu Bauschäden, Brandereignissen, Bioziden, Sondermüll und architektonischen Eingriffen in die Bausubstanz. Eine Arbeits- und Argumentationshilfe für Wohnungsunternehmen und Sanierungswillige entsteht. Basis hierfür ist eine Datenbank mit Detaillösungen und Erfahrungsberichten, Fakten zu Dämmstoffen und deren Anwendung. Diese Datenbank wird auch für Nicht-Fachleute – im Stil von FAQs - geeignet sein.

Titel des Forschungsvorhabens:

 

Technologien und Techniken zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden durch Wärmedämmstoffe

Kurztitel:

 

Metastudie Wärmedämmstoffe – Produkte – Anwendungen – Innovationen

Eingereicht bei:

 

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) am 28. Oktober 2012

Mitfinanzierende Stellen:

 

1. Gesamtverband Dämmstoffindustrie (GDI) – Berlin

2. Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) – Berlin

3. Fachverband Wärmedämmverbund-Systeme (FV WDVS) – Baden-Baden

Laufzeit:

 

Oktober 2012 bis Juli 2013 (vorzeitiger Maßnahmenbeginn bereits genehmigt)

Antragsteller:

 

FIW München

Projektmanagement:

 

Dipl.-Ing. Christoph Sprengard

Weiterer Forschungsantrag vom BBR bewilligt:
Vakuum-Isolations-Paneele (VIP) in der Bauanwendung - vom Dämmstoff zum Dämmsystem - Verarbeitung, Befestigung, Dauerhaftigkeit

Hemmnisse und Vorbehalte bei den Bauausführenden hinsichtlich der Bauweise mit Vakuum-Isolations-Paneelen (VIP) resultieren u.a. aus Unsicherheit hinsichtlich der Wärmebrückenproblematik (Befestigung, Fassadenverankerung), Fragen hinsichtlich Qualität und Dauerhaftigkeit der Paneele, Festhalten an bewährten Bauweisen und Befürchtungen vor dem Zusatzaufwand, der vor allem beim ersten Bauvorhaben mit VIP für die Planung und Ausführung zu erwarten ist. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit helfen, diese Hemmnisse zu beseitigen und die Vorbehalte hinsichtlich der VIP Bauweise abzubauen. Folgende Themenbereiche werden durch das Forschungsvorhaben abgedeckt:

1. Dauerhaftigkeit und Alterung, Zuschlag bei der Wärmeleitfähigkeit
Fast alle Alterungsuntersuchungen an VIP sind bisher nach dem DIBt-Verfahren (ohne zusätzliche Erhöhung der relativen Luftfeuchte) durchgeführt worden. Publizierte Faktoren und berechnete Gebrauchsdauer im Gebäude müssen präzisiert werden. Die Hochrechnungen zur Dauerhaftigkeit von VIP in Bauanwendungen benötigen eine breitere Datenbasis, um das Vertrauen in die VIP-Bauweise bei den Anwendern zu stärken.

2. Wärmebrücken an Konstruktionen
Die Wärmebrücken an Anschlüssen und Befestigungen sind im Gegensatz zu den Folienstößen am Paneelrand (ausführlich u.a. im Vorgängerprojekt "Optimierung VIP" behandelt) noch kaum untersucht. Der Einfluss dieser oft dreidimensionalen Wärmebrücken auf den Wärmedurchgang ist aufgrund der guten Dämmwirkung der VIP nicht vernachlässigbar.

3. Fragestellungen aus der Anwendung
Für die Broschüre "VIP in der Baupraxis" und für das Forschungsprojekt "Optimierung VIP" wurden Fragen der Bauausführenden zusammengestellt, deren Beantwortung Voraussetzung für eine bessere Akzeptanz der Vakuumdämmung am Bau ist, u.a.:

  • Welche Auswirkungen hat ein belüftetes Paneel auf den Wärmedurchgang eines Bauteils?
  • Kann der Mindestwärmeschutz hinsichtlich Tauwasserfreiheit und Vermeidung von Schimmelpilzwachstum jederzeit eingehalten werden?
  • Wie viele belüftete Paneele sind tolerierbar, damit die EnEV- und KfW-Nachweise eingehalten bleiben?

4. Vorbereitung der Normung
Für etablierte Dämmstoffe gibt es europäische und internationale Produktnormen mit wärmetechnischen und mechanischen Eigenschaften. Durch Normen wird Vertrauen bei den Anwendern in ein Produkt geschaffen. Eine Produktnorm VIP sollte in die Systematik herkömmlicher Dämmstoffe passen. Im Rahmen des Forschungsvorhabens wird die derzeit begonnene Normung unterstützt.

Titel des Forschungsvorhabens:

 

Vakuum-Isolations-Paneele (VIP) in der Bauanwendung - vom Dämmstoff zum Dämmsystem - Verarbeitung, Befestigung, Dauerhaftigkeit

Kurztitel:

 

VIP in der Bauanwendung

Eingereicht bei:

 

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)

Mitfinanzierende Stellen:

 

1. VARIOTEC GmbH & Co. KG – Neumarkt

2. Porextherm Dämmstoffe GmbH – Kempten

Laufzeit:

 

Oktober 2012 bis Juni 2014

Antragsteller:

 

FIW München

Projektmanagement:

 

Dipl.-Ing. Christoph Sprengard