Metastudie Wärmedämmstoffe

Produkte – Anwendungen – Innovationen

Technologien und Techniken zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden durch Wärmedämmstoffe
von Dipl.-Ing. Christoph Sprengard, Dr.-Ing. Sebastian Treml, Prof.-Dr. Ing. Andreas H. Holm
Nov. 2013

Die energetische Sanierung im Gebäudebereich ist eine der entscheidenden Voraussetzungen zur Reduzierung des Energieverbrauchs in Deutschland. Eine neue Studie fasst den aktuellen Stand des Wissens hinsichtlich materialwissenschaftlicher, ökologischer und ökonomischer Aspekte zusammen und gibt Einblicke in die Innovationen von morgen.

Das Thema Wärmedämmung wurde noch nie so kontrovers diskutiert wie in den letzten Monaten. Dabei stehen vor allem die Maßnahmen im Gebäudebestand im Kreuzfeuer der medialen Aufmerksamkeit. Schlagzeilen wie „Gefahr aus Plastikschaum“ (SZ, Dez. 2012), „Wärmedämmung kann Hausbrände verschlimmern“ (Spiegel online, Nov. 2011) oder „Höhere Kosten trotz Dämmung“ (Welt am Sonntag, Okt. 2012) führen bei den privaten und öffentlichen Entscheidern und Investoren zu Verunsicherung.

Eine neue Studie mit dem Titel „Technologien und Techniken zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden durch Wärmedämmstoffe. Metastudie Wärmedämmstoffe – Produkte – Anwendungen - Innovationen“ stellt erstmals in umfassender Form und produktneutral den Stand der Technik und aktuelle Innovationen in Bezug auf die eingesetzten Dämmstoffe, die Anwendungsbedingungen, die ökologischen und gesundheitlichen Aspekte und qualitätssichernden Maßnahmen sowie eine realistische und bauteilbezogene Abschätzung des Einsparpotenzials bei Sanierungsmaßnahmen im Bestand vor.

Ausgehend vom aktuellen Energieverbrauch in Deutschland entwickeln die Autoren das Thema „Wärmedämmung“ zunächst über die bauphysikalischen Grundlagen der Wärmeübertragung und die technologischen Parameter der aktuell am häufigsten eingesetzten Materialien bis hin zu den Entwicklungsfeldern und Problemlösungsstrategien von morgen. Dabei wird deutlich, dass Dämmstoffe durch die Innovationen der letzten Jahre kontinuierlich weiterentwickelt wurden und inzwischen oft eine Wärmeleitfähigkeit nahe der physikalisch möglichen Untergrenze aufweisen. Herausforderungen der Zukunft liegen demnach vor allem in der Substitution indizierter Inhaltsstoffe und einer Optimierung der Ökobilanz.

Das Thema der Nachhaltigkeit von Dämmstoffen wird anhand ausgewählter Beispiele für die drei Schutzziele (Ökologie, Ökonomie, soziokulturelle Aspekte) dargestellt. Dabei wird ausführlich die energetische Amortisation von Dämmstoffen und deren Abhängigkeit von den Materialcharakteristika diskutiert (Abb. 1). Beispiele zur Bewertung von Dämmstoffen auf Basis von Ökobilanzdatensätzen, den Kostenstrukturen (Herstellung, Pflege, Entsorgung/Rückbau), der Nutzungsdauer und den gesundheitlichen und ökotoxikologischen Gefährdungspotenzialen durch Additive und Faserstäube helfen dabei, trotz der Komplexität der möglichen Wechselbeziehungen die relevanten Produkteigenschaften zu erkennen.
Energetische Amortisationszeit 

Abbildung 1 Energetische Amortisationszeit [a] als Funktion der Dicke [cm] und des Primärenergieinhalts [MJ/kg] bei konstanter Wärmeleitfähigkeit λ = 0,04 W/(m•K) und Rohdichte ρ = 20 kg/m3)

Auf Basis vorhandener Daten zum Gebäudebestand wird eine bauteilbezogene Abschätzung der möglichen Einsparpotenziale im Bereich der energetischen Sanierung erstellt.
Abschließend werden typische Sanierungshemmnisse detektiert. Für die in der medialen Aufbereitung teils unscharf verwendeten Begriffe zu den Themenkomplexen Architektur, Energieeinsparung, Kosten und Rentabilität, biologischer Befall, Brandgefahr und Entsorgung erfolgt eine Präzisierung und Aufbereitung in Form von Factsheets. Aus aktuellem Anlass sind auch ausführliche Informationen zur Schädigung von Dämmstoffen nach Hochwasser zusammengestellt.

 

Metastudie Wärmedämmstoffe

Metastudie Wärmedämmstoffe – Produkte – Anwendungen – Innovationen

Technologien und Techniken zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden durch Wärmedämmstoffe

von:
Dipl.-Ing. Christoph Sprengard
Dr.-Ing. Sebastian Treml
Prof.-Dr. Ing. Andreas H. Holm

Nov. 2013

Titel:


 

Technologien und Techniken zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden durch Wärmedämmstoffe

Kurztitel:

 
 

Metastudie Wärmedämmstoffe – Produkte – Anwendungen – Innovationen

Gefördert durch:


 

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) am 28. Oktober 2012 Aktenzeichen: II 3-F20-12-1-074 / SWD-10.08.18.7-12.39

Mitfinanziert von:


 

Gesamtverband Dämmstoffindustrie GDI – Berlin
Fachverband Wärmedämmverbund-Systeme (FV WDVS) – Baden-Baden
Die Bearbeitung der Kapitel 2, 3 und 4 wurde vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. Berlin unterstützt.

 

 

 

Inhaltsverzeichnis:

1

 

Einleitung

2

 

Hintergrund: Steigerung der Energieeffizienz durch baulichen Wärmeschutz

2.1

 

Energiepolitische Ziele

2.2

 

Energieverbrauch im Gebäudebereich

3

 

Dämmstoffe im Hochbau

3.1

 

Grundlagen: bauphysikalische und technische Eigenschaften

3.2

 

Überblick über Dämmstoffmaterialien und Dämmprodukte

3.3

 

Regelung und Normung

3.4

 

Anwendung im Hochbau

3.5

 

Marktentwicklung

3.6

 

Verfügbarkeit alternativer Dämmstoffe

4

 

Innovationen

4.1

 

Physikalischer Hintergrund

4.2

 

Verbesserung der Wärmeleitfähigkeit bei Dämmstoffen

4.3

 

Verbesserung bei der dämmenden Wand

4.4

 

Sonstige Entwicklungen

4.5

 

Umstrittene Entwicklungen

4.6

 

Problemfelder und Ziele für Weiterentwicklungen

5

 

Nachhaltigkeit von Dämmstoffen

5.1

 

Grundlagen und Bewertungskriterien

5.2

 

Ökologische Qualität

5.3

 

Ökonomische Qualität

5.4

 

Soziokulturelle Qualität

5.5

 

Aktuell: Rückbau von WDVS

5.6

 

Aktuell: Probleme nach Hochwasser

6

 

Bedeutung der Wärmedämmung im Kontext der Energiewende: Potentialabschätzung

6.1

 

Überblick über den Gebäudebestand

6.2

 

Energieverbrauchskennwerte

6.3

 

Energetischer Zustand der Gebäudehülle

6.4

 

Bauteilbezogene Abschätzung des Einsparpotentials

7

 

Motivation und Hemmnisse bei der Sanierung

7.1

 

Sanierungsgründe

7.2

 

Sanierungshemmnisse

8

 

Wärmedämmung im Visier der Medien

8.1

 

Überblick

8.2

 

Ressentiments potentieller Anwender

9

 

Qualitätssicherung und vorgeschriebene bzw. freiwillige Gütesiegel oder Qualitätszeichen

9.1

 

Kennzeichnung von europäisch harmonisierten Bauprodukten

9.2

 

Freiwillige Produktzertifizierung

10

 

Zusammenfassung: Wärmedämmung als Baustein der Energiewende

11

 

Literatur

Kommentare

Diese Kommentare wurden zu diesem Artikel abgegeben:

Umfassende und interessante Studie! Vor allem der Überblick über die aktuellen Dämmstoffarten und die Innovationen sind aufschlussreich.
Kommentar von M. Marienfeld
22.01.2014 10:47:31

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